Zwischen Sehnsucht
und Abwehr
Eine Session mit Kathrin & Herb —
Wenn der Kopf „Ja“ sagt und der Körper sich komplett verweigert — was passiert dann in einer Beziehung? Und was braucht es, damit aus diesem Widerspruch kein Graben wird?
Kathrin und Herb sind zurück. In dieser zweiten Session gehen wir tiefer — in die Stellen, die wehtun, die schweigen, die sich nicht in Worte fassen lassen. Kathrin liebt Herb. Das ist für sie keine Frage. Aber seine sexuelle Erregung macht sie wütend, löst etwas aus, das sie selbst schwer benennen kann. Ihr Körper fährt herunter, schaltet ab — nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus einem viel älteren Reflex.
Herb hingegen zieht sich zurück. Er wartet, hält sein Begehren in Schach, um keinen Druck auszuüben. Und doch: Das aufgestaute Verlangen bleibt — still, aber spürbar.
Sehnsucht nach Verschmelzung auf der einen, Ekel vor Erregung auf der anderen Seite — das ist kein Widerspruch, das ist gelebte menschliche Komplexität.
Was wir in dieser Session erkundet haben
01
Der Unterschied zwischen energetischer Verbundenheit und sexueller Erregung — und warum beides nicht dasselbe sein muss.
02
Warum Einzelarbeit manchmal der direkteste Weg zu einem lebendigen „Wir“ ist — gerade im Bett.
03
Die Gefahr des „Totquatschens“: Wie Reden zum Ausweichen wird — und wie ihr stattdessen ins Spüren kommt.
04
Die sexuelle Landkarte neu zeichnen — von Energetic bis Kinky: Was gehört zu euch, was nicht?
Meine Perspektive als Therapeutin
Was mich an dieser Session so berührt hat: die Bereitschaft beider, sich wirklich zeigen zu lassen. Nicht perfekt. Nicht gelöst. Sondern mittendrin — in der Sprachlosigkeit, im alten Erwartungsdruck, in dem, was sie sich beide so schwer zu sagen trauen.
Kathrins Reaktion auf Herbs Erregung ist kein Defizit. Sie ist eine Information — aus der Geschichte ihres Körpers, der gelernt hat, sich zu schützen. Meine Aufgabe in solchen Momenten ist nicht, diesen Schutz wegzureden. Sondern gemeinsam zu schauen, was darunter liegt. Und ob es heute noch gebraucht wird.
Herb wiederum übt etwas, das viele nie gelernt haben: im Raum bleiben mit dem eigenen Begehren, ohne es sofort in Handlung übersetzen zu müssen.
Weniger Worte, mehr Körper. Weniger Erklären, mehr Erleben. Das war unser Kompass in dieser Session.
Der Weg aus der Ohnmacht
Was ich immer wieder erlebe: Paare, die denken, ihr Thema sei unlösbar, weil sie es so lange mit denselben Mitteln bearbeitet haben — und es nicht besser wurde. Kathrin und Herb haben sich getraut, etwas anderes zu versuchen. Nicht lauter reden. Sondern anders fühlen.
Am Ende dieser Session war da etwas — ein kleines, aber echtes Licht am Ende des Tunnels. Nicht weil das Thema gelöst ist. Sondern weil sie beide gespürt haben: Wir können damit umgehen. Gemeinsam.
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